Die Gruben- und Feldbahnfahrzeuge des Emser Bergbaumuseums sind hier beispielhaft an den bislang vier Lokomotiven vorgestellt.

DieAkku-Grubenlok wurde am 26. Februar 1988 als erstes Triebfahrzeug übernommen. Mehr per Zufall entdeckte unser Aktivist Christian Gasterstädt die Lok bei der Rohstofffirma Eickhoff in Mayen. Sie lag hoch oben auf einem kegelförmigen Schrotthaufen, quasi wie die Erdbeere auf der Torte. Er beschrieb sie als Kühlschrank mit Rädern. Ihr ursprüngliches Arbeitsfeld war die Dachschiefergrube Katzenberg bei Mayen - ein Rathscheck-Betrieb. Dort sollte sie den Transport der Förderwagen auf der 600 Meter langen Verbindungsstrecke zwischen dem Glückaufschacht und dem Katzenbergschacht bewerkstelligen (also auf der IV. oder V. Sohle). Wegen der schwachen Batterieleistung und der Entgleisungsneigung in Kurven überzeugte sie nicht und wurde - nach dem Besuch eines BARTZ-Vertreters auf der Grube - ausgemustert und durch ein BARTZ-Fahrzeug ersetzt. Für 450 Mark war das Ding vom Schrotthändler zu bekommen und sogleich ging die Reise Richtung Bad Ems. Nach einer Totalzerlegung und Aufarbeitung, verbunden mit der Umspurung von 550 mm auf 600 mm, ist sie nun wieder fahrfähig und wird gerne schnell mal zum rumrangieren benutzt. Am 3. November 2001 erhielt die Akkulok einen neuen Batteriesatz. Nachteilig auf die Leistung wirkten sich die beiden starren Achsen bei nicht  immer ebenem Gleisniveau aus. Als Ausgleich und damit sie keinen Hopser neben die Schienen macht, besitzt die Lok überdimensionierte Spurkränze. Bei Dreirad-Auflage war die Zugkraft somit recht schwach - was wohl auch der Grund zu ihrer Ausmusterung war (s.o.). Auch konnte man den Fahrkomfort nur als rustikal bezeichnen. Als Abhilfe wurde in 9/2005 die Antriebsachse pendelnd gelagert. 2002 wurden eine Signalklingel und ein Arbeitsscheinwerfer-Mast eingebaut. Damit soll die Batterie mehr gefordert werden. Technische Daten: Ein Zeitzeuge bestätigte, dass es sich um einen Eigenbau unter Verwendung industrieller Teile (u.a. VW-Radmuttern und Bremszüge von Lancia) handelt. Baujahr um 1963, Gewicht ca. 1100 kg, Motor 1,4 kw, 12 Zellen-Bleiakku 400 Ah, Spannung 24 V..

DIEMA DGL 20

Sie vertritt als Diesel-Grubenlok den Dachschiefer-Bergbau des Rhein-Lahn-Kreises. Das Fahrzeug war von 1963 bis 1972 auf der Grube “Wilhelm-Erbstollen” in Kaub/Rhein eingesetzt (u.a auf der “Rheinstrecke” zum Verladeplatz)  und wurde dort meist von Lokführer Erwin Kern gefahren, der später oft unser Museum besuchte und an Fahrtagen mitunter aus dem Führerstand schaute. Er kannte seine Maschine aus dem “FF” und schaffte auch im hohen Alter noch den Kurbel-Start mühelos. Lange stand die Maschine nach der Stilllegung des Bergwerkes in einem Schuppen bei der Grube abgestellt und wurde hie und da von Kern und Kauber Jugendlichen mal angeworfen. Im Februar 1990 gelang der Ankauf der Lok, für die noch 4.750 DM gezahlt werden mussten. Per Tieflader ging es nach Bad Ems. Hier  wurde auch sie zerlegt, restauriert und von 660 mm auf 600 mm umgespurt, wobei noch  zwei neue  Achsen von DIEMA preisgünstig beschafft werden konnten. Die Lok wird fallweise im Bergbaumuseum  betrieben, angelassen mit Handkurbel und Glühzünder. Technische Daten: Maschinen-Nr. 2582, Baujahr  1963, Gewicht 3500 kg, 2-Zyl.-MWM-Dieselmotor mit 20 PS, Wasserkühlung, Lichtanlage, Abgaswäscher sowie CO2-Feuerlöschanlage.

DIEMA DL 6DL6-20-02-2016-FG-klein

Sie ist die dritte Lok im Bunde. Die kleine Feldbahnmaschine konnte mit mehreren Wagen am 2. Juli 1994 von der Frau eines verstorbenen Eisenbahnfreundes aus Schönborn bei Katzenelnbogen erworben werden. Das Fahrzeug stammt ursprünglich von der Firma Zorn Kalk- und Sandsteinwerke bei Mudershausen, ebenfalls Rhein-Lahn-Kreis. Nach der aktiven Zeit in einem Bruch im Landgrabental stand sie ab ca. 1979 einige Jahre im Garten des Bahnliebhabers und war sogar funktionsfähig. Es stellte sich dann in Bad Ems heraus, dass dennoch umfangreiche Instandsetzungsarbeiten notwendig waren. Das Getriebe war zerschlissen und auch für den Motor war es höchste Eisenbahn. Dank unseres aktiven Mitgliedes Walter Kirch und der Firma DSW Motorenservice GmbH in Dinslaken konnte der Motor im Januar/Februar 1999 kostenfrei generalüberholt werden. 2002 wurde ein elektrischer Anlasser und eine Lichtmaschine nebst Batterie eingebaut. Beide Einbauten wurden später entfernt und damit der Ursprungszustand wiederhergestellt. Im September 2002 konnte die Lok überholt in Betrieb genommen werden. Sie ist meist das “Arbeitspferd” auf unserer kleinen Gleisanlage. 2015: Anbau einer Kuppelstangen-Kupplung an der Frontseite. Technische Daten: Maschinen-Nr. 2181, Baujahr 1958, Gewicht 1150 kg, 1-Zylinder-Deutz-Dieselmotor F1L 712 mit 13 PS (Tauschmotor), Luftkühlung, Handkurbelstart.

 

Akku-GrubenlokBartz-klein

Hersteller: Heinrich Bartz, Dortmund, Baujahr: 1955, Typ: EL8a (Schalke GA05), Fabrik-Nr. 4631 (Nr. der Schalker Hüttenwerke), Leistung: 2 x 11 kW, Gewicht: 5,5 t.

Die Grubenlok wurde 1956 neu an das Hibernia- Bergwerk „General Blumenthal“ in Recklinghausen geliefert und lief dort als Lok Nr. 7. Nach der Ausmusterung kam die Lok durch Verkauf an die Muttenthalbahn in Witten/Ruhr, die sie 2006 bis 2011 der Dampfkleinbahn Mühlenstroth bei Gütersloh überließ. Dort hatte sie die Bezeichnung „E 93“. Im August 2011 ging sie zurück an die Muttenthalbahn. Vier Aktive des Emser Bergbaumuseums kauften die Maschine zur Einstellung auf unserer Bahnanlage. Der Transport an die Lahn geschah am 5. August 2011. Ebenfalls im August sowie im Oktober des selben Jahres konnten von der Muttenthalbahn noch diverse Einzelteile der Elektroinstallation, ein Ladegerät sowie 24 gute Akkuzellen übernommen werden. Diese Zellen wurden im Winter durchgeprüft und schrittweise in den vollen Ladezustand gebracht. Das Frühjahr 2012 brachte entscheidende Arbeiten: der halbe Akkusatz wurde getauscht, Roststellen ausgebessert und gestrichen und vor allem die Elektrik auf Vordermann gebracht. Unter anderem mussten im Fahrstufenregler mehrere Kupferkontakte erneuert werden, da die vorhandenen Kontakte offenbar durch Bedienfehler regelrecht verschmolzen waren. Am 12. Mai 2012 war es dann soweit: erstmals surrte die Bartz-Lok aus eigener Kraft über die Bad Emser Museumsgleise. Die weiteren Arbeiten gelten nun der Lichtanlage und dem Farbkleid. Übrigens: die große „4“ auf dem Akkutrog bezeichnet eigentlich nur diesen Behälter. Da die Maschine aber auch unsere vierte Lok ist, passt die Ziffer bestens.

Spendenaufruf!

Nachdem dieses Jahr einige Akkuzellen des linken Akkusatzes kaputt gegangen sind müssen wir 24 Zellen erneuern. Um die hohen Anschaffungskosten kompensieren zu können werden die alten Zellen der Wiederverwehrtung zugeführt. Dies deckt jedoch leider nur einen Bruchteil der Anschaffungskosten ab.

Wer also noch eine alte Autobatterie in der Garage stehen hat und diese nicht mehr benötigt, kann uns diese spenden. Jedes Kilo an Altbatterien hilft uns die neuen Zellen anzuschaffen.Wir werden die gespendeten Altbatterien dann auch Ordnungsgemäß der Wiederverwertung beistellen.