Arbeitsgemeinschaft

Bahnen und Bergbau e.V. Bad Ems

Barbaramarsch 2016

 

Orion wies den Barbaramarschierern den Weg

 

Achtzig Frühaufsteher begaben sich in Winden auf den Arbeitsweg der AltvorderenIMGP0016

Eine sternenklare Nacht mit klirrender Kälte liegt über der Ortsgemeinde Winden in der Verbandsgemeinde Nassau. Das Thermometer zeigt minus fünf Grad an. Das Wetter ist trocken. Die knapp 700 Einwohner kuscheln sich gemütlich im warmen Bettchen. Alle? Nein! Einzelne Windener haben ihren Wecker aktiviert. Auch andere Menschen aus der Region und darüber hinaus lassen sich in dieser Nacht wachklingeln, denn es ist Barbaratag, der 4. Dezember. Der IMGP0017„Feiertag“ der Bergleute ist seit 21 Jahren für die Bad Emser Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau der passende Anlass, sich mit dem Barbaramarsch in eine Zeit zurückzuversetzen, als Scharen von Bergarbeitern von Außerhalb zu Fuß zur Emser Hütte und den dortigen Erzgruben pendelten.

Was 1996 als „Schnapsidee“ geboren wurde, hat sich zu einem „Event“ entwickelt, das ein außergewöhnliches Erlebnis mit tiefsinnigem Hintergrund verbindet. Jahr für Jahr startet diese besondere Nachtwanderung von einem authentischen Bergmannswohnort, wobei die ausgewählte Route in ca. zweieinhalb Stunden zu bewältigen ist – denn dies war meist die Obergrenze für den täglichen Arbeitsweg unserer Vorfahren. Winden sei hier schon grenzwertig, wie Frank Girmann, der Vorsitzende des Emser Bergbauvereins, betonte. „Die Windener Bergleute zog es meist zur Grube Holzappel – aber Einzelne auch zu den Gruben Pfingstwiese und Neuhoffnung in Bad Ems“.
 

 

Um 3.00 Uhr früh startete der Wander-Lindwurm am Bürgerhaus. Sage und schreibe 80 Frühaufsteher hatten sich lampenbewaffnet eingefunden und wurden von Girmann eingestimmt, der unter den vielen warm eingepackten Mützenträgern auch Nassaus Verbandsbürgermeister Udo Rau begrüßen konnte. Einer der Vorfahren Raus arbeitete auch Untertage, weswegen er sich dem Barbaramarsch anschloss.

IMGP0021Und es ging gleich richtig zur Sache! Vom Start weg hieß es, das „Berggetriebe“ bei flotten „Umdrehungen“ einschalten. Der asphaltierte Abschnitt zu Beginn war teilweise glatt und führte ohne Umschweife auf die Höhe. Schon zog sich die Gruppe beträchtlich auseinander, so dass – oben angekommen – ein Sammelstopp am Lohberg nötig erschien. Nach dem Überqueren der Kreisstraße 4 begann ein gut ausgebauter Waldweg, der großteils kerzengerade über den Scherpinger Kopf an der Kreuzeiche vorbeiführte. Die Besonderheit des Baumes ist ein eingewachsenes Kruzifix aus Gusseisen. Eine knappe Linkswendung und über Kellerhecke und Steinwiese sowie mit Querung der K 173 kamen die Lichter von Welschneudorf in Sicht.

Die Marschroute bog dann mit Beginn der Feldflur ab und erreichte die L 330 und die L 327. In freien Lagen fand im Lauf manch Teilnehmer die Zeit, einen Blick gen den tollen Nachthimmel zu richten, wo das Sternbild Orion die Richtung vorgab. Kemmenau lag voraus, wurde jedoch westlich im Wald umgangen. Zuvor säumten Weißer Stein, Einsiedler und First den Weg, dessen frostig gequollener Belag merklich unter den Wanderschuhen knirschte. Die Gruppe war guter Laune und flott unterwegs. So flott sogar, dass der Wanderführer mäßigend eingreifen musste, damit man nicht zu früh am Ziel eintraf. In der Kreuzmühle wartete nämlich als Lohn für die Strapazen ein deftiges Frühstück, zu dem die Brötchen allerdings noch unterwegs waren. Mit leicht angezogener Bremse gelang aber allen eine Punktlandung. Josef und Bianca Sauer hatten das Lokal einsatzbereit und die Marschierer waren nicht zu früh auf die Zielgerade eingebogen.

 

Fazit der Barbara-Aktion: allen hat es gut gefallen. Den Stamm-Marschierern und auch den vielen Neulingen. Die Tour ging – bis auf einen Ausrutscher – reibungslos über die Bühne und hat dem Vernehmen nach, wieder viele Freunde gewonnen. Per Bus ging es wieder an den Startort, wo mächtig vereiste Autoscheiben die Ankömmlinge zu einem abermaligen Frühsport aufforderten. Wer es mal miterleben möchte: jetzt schon Barbara 2017 vormerken – denn dann hallt in Eitelborn der Startschuss. 

Frank GirmannIMGP0022

 

 

Die bisherigen Barbaramärsche  (in Klammer Wochentag/Teilnehmerzahl):

1996 Welschneudorf (Di/13), 1997 Oberelbert  Do/17), 1998 Becheln (Fr/18), 1999 Eitelborn (Fr/103), 2000 Zimmerschied  (Mo/53), 2001 Arzbach (Di/62), 2002 Dausenau (Mi/93), 2003 Frücht (Do/56), 2004 Sulzbach (Sa/115), 2005 Kadenbach (So/77), 2006 Hömberg (Mo/82), 2007  Nievern (Di/54), 2008 Nassau (Do/62), 2009 Friedrichssegen (Fr/60), 2010 Kadenbach (Sa/109), 2011 Braubach (So/45), 2012 Misselberg (Di/47), 2013 Koblenz-Arenberg (Mi/52), 2014 Niederelbert (Do/62), 2015 Fachbach (Fr/60), 2016 Winden (So/80).

 

 

 

 

 

Alle Fotos: Frank Girmann