Arbeitsgemeinschaft

Bahnen und Bergbau e.V. Bad Ems

 

Sankt Barbara als Brückenbauerin zwischen Nassau und Bad Ems

Na also! Geht doch – und sogar vollkommen unkompliziert! Alle Jahre wieder lädt die Bad Emser Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau (AGBB) am 4. Dezember zum Barbaramarsch und man geht zusammen einen Weg. Geradezu symbolhaft illustriert dieses Bild den 23. Nachtmarsch, mit dem die Anmarschwege der im Emser Bergbau tätigen Kumpel von ihren Heimatorten zur Arbeitsstätte nachvollzogen werden. Diesmal trafen sich zu früher Stunde am Dienstag 37 wackere Damen und Herren vor dem Adelsheimer Hof in Nassau, dem Sitz der dortigen Noch-Verbandsgemeinde, um Richtung der ebenfalls Noch-Verbandsgemeinde Bad Ems zu stapfen, wo man zur imaginären Frühschicht der Bergleute auf der Emser Hütte um 6.00 Uhr eintreffen wollte.

Am Startpunkt begrüßt wurden die „Barbaristen“ von Noch-Verbandsbürgermeister Udo Rau (Nassau) sowie von Uwe Bruchhäuser, der im Januar sein Amt als erster Chef der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau antritt. Tenor: Ems und Nassau können miteinander. Kleine Nickeligkeiten aus Schulkinderzeiten sind kein Problem, sondern höchstens „das Salz in der Suppe“ gegen allfällige Langeweile. Somit lag quasi ein echter Fusions-Marsch vor den Teilnehmern. Und Udo Rau kam nicht allein: er hatte zum Barbaratag eine junge Dame im Arm – eine Holzskulptur der Schutzpatronin der Bergleute, Mineure und Artilleristen höchstselbst. Sie war ein Geschenk der Tunnelbauer vom sanierten Hollericher Eisenbahntunnel.

Punkt 3.45 Uhr in der Frühe ging es unter der Führung des AGBB-Vorsitzenden Frank Girmann auf die Piste. Am Ende der Menschenschlange sorgte Lydia Lehmann teils mit Nachdruck dafür, dass der bei Gruppentouren übliche „Ziehharmoniaeffekt“ nicht überhand nahm. Die Wetterlage war anfangs warm-trocken mit böigem Wind. Im Laufe des Marsches nieselte es dann vereinzelt und die Temperaturen gingen zurück. Die zu laufende Strecke war unspektakulär: es ging im Wesentlichen über den gut befestigten Lahntal-Radweg, auf dem man sich alleine glaubte. Dass dem so nicht war, zeigte gegen 4.15 Uhr ein flotter Radler, der nächtens per Drahtesel wohl seiner Arbeitsstelle zustrebte. Wenig später rollte auf der parallelen Lahntalbahn ein Güterzug Richtung Limburg.

Unter Einlegung diverser „Sammelpausen“ wurde Dausenau erreicht und linkslahnig durchquert. An der Schleuse und Landwirt Ferdinand vorbei ging es rechtsab nahe der Lahn in die Kurstadt. Hier lockte dann offenbar das nahe Frühstück, denn das Tempo der Akteure nahm merklich zu. Über Römer-, Bleich- sowie Arzbacher Straße war dann mit leichter Verspätung die Kreuzmühle auf der Emser Hütte erreicht, wo als Lohn der Anstrengungen leckerer Kaffee, frische Nieverner Brötchen und verschiedene Beläge in hungrigen Mägen verschwanden.

Die Rücktour zum Startpunkt war diesmal anders organisiert. Zug statt Bus hieß die Devise. In einer halben Stunde ging es gemütlich per Pedes zum Westbahnhof und von dort per Regionalbahn wieder nach Nassau, wo die Fahrzeuge der Wanderer parkten. Der 23. Barbaramarsch ist für die AGBB nun Geschichte. Für 2019 hat man den Montabaurer Ortsteil Elgendorf als Startgemeinde anvisiert.

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau e.V. Bad Ems/Emser Bergbaumuseum, Emser Hütte 13, 56130 Bad Ems.

Internet: www.emser-bergbaumuseum.de

Die bisherigen Barbaramärsche  (in Klammer Wochentag/Teilnehmerzahl):

1996 Welschneudorf (Di/13), 1997 Oberelbert  Do/17), 1998 Becheln (Fr/18), 1999 Eitelborn (Fr/103), 2000 Zimmerschied  (Mo/53), 2001 Arzbach (Di/62), 2002 Dausenau (Mi/93), 2003 Frücht (Do/56), 2004 Sulzbach (Sa/115), 2005 Kadenbach (So/77), 2006 Hömberg (Mo/82), 2007  Nievern (Di/54), 2008 Nassau (Do/62), 2009 Friedrichssegen (Fr/60), 2010 Kadenbach (Sa/109), 2011 Braubach (So/45), 2012 Misselberg (Di/47), 2013 Koblenz-Arenberg (Mi/52), 2014 Niederelbert (Do/62), 2015 Fachbach (Fr/60), 2016 Winden (So/80), 2017 Eitelborn (Mo/70), 2018 Nassau (Di/37).